DOUBLENIGHT - ERLENSEE


„Wir ziehen los, um Fische zu fangen…“…klar, was sonst - oder?

Hinter diesem kleinen Zitat steckt weit mehr. Seit Jahren sind wir auf der Suche nach einem
Gewässer, wo wir unserer Leidenschaft in einem angenehmen Rahmen nachgehen können, wo wir
keiner Willkür durch unsinniger Vereinsmeierei, Köder oder Nachtangelverbote o.ä. ausgesetzt sind.

Endlich, ein Gewässer scheint gefunden, der 1.Besuch am Wasser und Gespräche mit dem Vorstand…

- ja, hier möchten wir gerne fischen!

Was folgt ist ein Klassiker, wir möchte eigentlich auf Karpfen fischen, lange schon haben wir in
Deutschland nicht mehr gezielt auf Karpfen gefischt. Nicht, dass wir beide nicht zum Fischen
gekommen sind, aber wir wollten einfach mal wieder los und nebenbei auf Aal, auf Schleien, auf
Brassen oder auf Stör – unseren absoluten Geheimtipp… - oder auf: Egal!


Klingt nicht sehr nach Specimen-Huntern? Richtig! Sind wir auch nicht! Will meinen: Wenn wir angeln gehen, möchten wir meistens mehr als nur einen Zielfisch fangen. Raus! Fischen! Einen guten Freund
und Partner an der Seite! 2 Nächte Ruhe von allem, die Seele baumeln lassen! Die Vorbereitungen
haben wir gerade abgeschlossen, Tigers gekocht, Hanf gekocht, Mais ist gequollen,
Rigs sind gebunden
, die Ruten startklar, die Rollen frisch bespult.

 

Wir verhalten uns anders, unsere Ziele sind gesteckt und unser Jagdinstinkt ist geweckt!

So soll es doch sein! Lust zu haben , Fischen zu gehen, Gas zu geben und sich mehr als nur bemühen,
es kaum abwarten zu können einfach nur das Auto zu beladen, Zitat“…wenn ich erst mal anfange das
Auto zu beladen, bin ich bereits mit einem Fuß am Wasser..“, und wieder dieses Kribbeln zu haben.



Was liegt vor uns, was für ein Gewässer werden wir befischen? Nun, der See ist ein Natursee, im
klassischen Stil, ca. 8 ha groß, also für hessische Verhältnisse durchaus ok.
Sichttiefe bis 6 Meter,
sehr
gute Wasserqualität, hoher Sauerstoffgehalt, maximale Tiefe so um 14 Meter. Überwiegend
fester,
sandiger bzw. leicht kieshaltiger Boden.
Eine Insel im See, von beiden Seeseiten gut zu erreichen.
Auch mit PVA/Funnel etc. kann teils auch ohne Boot effektiv gefischt werden.


Unsere Futtertaktik sieht so aus: Für den Trip haben wir Tigers, Hanf, Boilies und Mais für große Graser
in den Baitbuckets. Abgerundet durch große Halibutt Pellets und 3 mm Micro-Pellets möchten wir
einen netten Teppich legen, da wir nicht vorgefüttert hatten, hielten wir dies für eine sinnvolle Taktik.



In der ersten Nacht wollen wir natürlich an den Fisch kommen, daher der Teppich. Auch auf die
„Gefahr“ hin , Brassen auf den Platz zu bekommen. Die Brassen dort bringen es auf über 10 Pfund!
Wir schickten auch einige Stippfutterbälle und wollten den Spot zum Magnet machen.



Unsere Ausgewählte Bucht ist frei, wir entdecken gleich einen guten Karpfen im Flachwasser, genau
dort wollten wir die Ruten ablegen. Schnell das Boot rein, Echo drauf, Spot unter die Lupe nehmen
und sanftes Füttern, wir können immer noch nachfüttern.


Endlich, gegen 23:00 Uhr steht alles und die Rigs liegen wo sie liegen sollen. Aber außer einigen
rollenden Fischen in der Ferne läuft nichts.



Am nächsten Morgen erfahren wir, dass in der „Nähe“ ein Barschberg sein soll, hoch motiviert rudern
wir mit Futter, Markerboje und Echo die Bucht ab, an der genannten Stelle befindet sich kein Berg.

Am Ende finden wir ihn doch, von 5.7 auf 4.2 – immerhin und der Spot liegt außerhalb der
Standardreichweite. Der Platz bekommt sein Fett und wir entscheiden uns aufgrund der vielen
Graser, die wir an der Oberfläche gesehen haben, diesmal mehr Mais und Grundfutter/Partikel-Mix
zu schicken.



Jetzt fischt Korni einen Halibut-Pellet am 4 er Eisen, ich entscheide mich für 2 verschiedene Murmeln,
lieb halbiert und am kurzen Vorfach (15 cm) sowie 90 Gramm Inline Blei (mit Vogelsand getarnt),
Heavy-Metal auf dem Vorfach und auf den ersten Metern der Hauptschnur. Kein Stringer, Futter ist
dort genug… hoffen wir.



Gegen Mittag steigen die Temperaturen und die meisten Angler am See suchen wegen der vielen Badegäste das
Weite. Uns hallt noch der Satz eines "Erfahrenen Carphunters" in den Ohren ... "Jungs, geht nach hause, mittags
beißt hier nix!"

Piiiieeeeep!

Wie Unrecht er doch haben sollte! Vollrun in der Mittagshitze! Alle Augen der Badenden sind auf uns gerichtet!
Hätten wir doch den Bissanzeiger leise gedreht!

Der erste Carp für uns an diesem neuen Gewässer!  Rute hoch und schon versucht der Fisch ins ufernahe Gehölz
zu flüchten. Nix da, hiergeblieben. Im glasklaren Wasser können wir die Fluchten des Fisches auch in 5 Meter Tiefe
sehr gut verfolgen. Beeindruckend schön!


Ein schöner, noch unangetasteter Schuppi von etwas über 20 Pf landet im Kescher!

"Give Me Five" war angesagt!


Den einsetzenden warmen Sommerregen merken wir gar nicht vor lauter Begeisterung über unseren
1. Fisch der Session!


Es sollte nicht viel Zeit vergehen.....


Ein kleiner Pieper, der Swinger fällt nur Zentimeter...Anhieb!
Keine Flucht, der Fisch steht! Zitat Korni: "Das ist ein Brassen!"

"Rüüüchtüüüüch! Nur schwimmt ein Brassen nicht mit 240 kmh auf einen zu!"

Dieses Verhalten des Fisches kommt mir doch bekannt vor? Kontakt halten, Bremse checken, das
muss ein dicker Graser sein! Zwei zu frühe Kescherversuche pariert der schon sicher geglaubte
Fisch mit spektakulären Fluchten aus den Maschen. Großes Kino doch beim Showdown sind wir die Gewinner!


"Jolli, dat iss ´n rischtisch Digga!"


Rüüüüchtüüüch!


106 cm und 36 Pf pure Muskelkraft!

Personal Best!


Das Dauergrinsen sollte die nächsten Tage zu seinem Markenzeichen werden.


Nach einer behutsamen Fotosession, wir wissen ja alle das Graser überempfindlich darauf reagieren,
zeigte die Lady beim letzten Fotoversuch noch einmal Zähne.


Der Kampf im Flachwasser wurde bedingungslos ausgetragen... mit dem glücklicheren Ende
für das zickige Model!

Und Tschüss!


Wie war das doch gleich mit dem Fischen in der Mittagszeit?

Wir finden Versuch macht klug, oder aber Baden und Angeln lässt sich super kombinieren :-)



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