"KÖNIGE UND HUNDE"
Lachspirsch in BC!




Endlich wieder zurück!

Irgendwie kommen mir die Hügel in der Ferne vertraut vor, dazu fährt man in BC zum Glück auf der richtigen Seite und es sieht aus wie im Taunus! Nur der Konvoi meiner Mitstreiter - allesamt im Geländewagen - sieht so gar nicht nach Hessen aus…





Die Fahrt vom Flughafen Vancouver in das nur ca. 140 km entfernte Chilliwack geht schnell, die
Vorfreude treibt uns an. Nur noch 31 km bis wir endlich die geniale Aussicht aus dem Hotel genießen können.

Hotel? Keine Lodge? Richtig! Denn nur so sind wir ganz nah am Fraser River und auch am Vedder
River, haben also die maximale Freiheit und dazu noch einen deutschen Koch!





Freund Claus mit zwei gaaaanz frisch gefangenen Fischen…Quatsch!

Aber die Reisevorbereitungen waren ja auch ganz lustig und Claus zeigt mir hier mal wo der Hase
läuft! Beide Fische sind von Ihm gefangen worden, ein 36 Pfund Hecht und ein Zander von über
20 Pfund! Na dann: Zeig mal was in BC geht mein Freund!




Wie hat Boris Becker über Wimbledon gesagt? Mein Wohnzimmer! So ähnlich geht es mir hier auch.
Einige Gesichter kennen wir bereits, schön sich am Wasser wieder zu sehen. 



Impressionen, außerhalb , innerhalb und nah dran am Wasser!

Es gibt viele Varianten am Fraser und am Vedder River Fische zu fangen. Mit der Fliege, dem Bodenblei,
der Pose, dem Spinner - jeder kann für sich entscheiden mit welcher Montage er persönlich seinen Traumfisch fangen möchte. Jedoch haben sich einige Montagen als besonders fängig herausgestellt!

Hierzu später mehr.


Gemeinsam an der Taktik und der Technik feilen, bis alle Details zusammenpassen! Unten: King
mit Kleinteilen, Pose, Wickelblei, grüne Wolle als Köder! Ja, richtig gelesen! Wolle ist durchaus ausreichend, es geht hier nur um einen Reiz für den eigentlich nicht fressenden Fisch. Der Fisch
soll nach dem Köder beißen, die Gründe hierfür sind Reflexe. Ob ein klassischer Beißreflex, dass
Verbeißen von Gegenständen die beim Aufstieg im Weg sind oder es geht darum den Rogen
eines anderen zu vernichten – Biss ist Biss!

Alles klar…? Pazifischer Lachs: Kaum oder keine Nahrungsaufnahme/Beißreflex während des
Aufstiegs in die Laichgründe, stirbt nach dem ablaichen ab und die Kadaver dienen der Brut als
Nahrung. Atlantischer Lachs (z.B. in Irland) mit echter Aufnahme von Nahrung, Fisch kehrt teilweise
nach dem Ablaichen wieder ins Meer zurück.



Tja, am Anfang war noch alles in Ordnung, der Fluss noch unten aber dann: 2 Tage Regen ohne
Ende, an ein normales Fischen war vorerst nicht zu denken. Heinz konnte noch einen alten, fast
platten Milchner landen. Helmut hat dann alles richtig gemacht und direkt vor den Füßen gefischt,
war ein toller Anblick (leider ohne Foto…)! Da sitzt er mit seiner 3 Meter Rute genau 2,7 Meter vom
Ufer entfernt und fängt 20 Pfünder vor den Füßen!!!



Dann heißt es wieder zusammen über mögliche Taktiken beraten, mit Erfolg wie man sieht!



Der Vedder - River wie er sein sollte. Ralph hat seine Chance optimal genutzt und zeigt uns seinen
schönen King. Dieser Fisch ist der Traum vieler Angler, in BC jedoch immer möglich. Kein Fisch
springt dem Angler jederzeit in den Kescher bzw. ist immer leicht zu fangen.

Dennoch: Im Vergleich zu vielen europäischen Gewässern sind diese Flüsse mit dem enormen Aufstiegspotential außergewöhnlich produktiv. Dazu kommen die Lachszuchtanlagen, diese sorgen
für genügend Fisch und der Angler profitiert von diesen sehr professionell bewirtschafteten Anlagen
in den Oberläufen der Flüsse. Dies ist eine präventive Maßnahme und auf jeden Fall Bestand sichernd.

Zum Thema Coho/Silberlachs noch ein Wort: Nur gezüchtete Fische dürfen entnommen werden, zu erkennen an der fehlenden Fettflosse. Leicht zu merken, so werden die wilden Fische geschützt und
der Stamm kann sich entsprechend fortpflanzen. Und macht hier bitte keine Scherze, die Ranger
verstehen keinen Spaß!





Momente am Wasser, rechts einige Asiaten mit gewaltigen Kings, kann jedoch auch an der
Körpergröße der Angler liegen!? Meist haben jedoch diese „Spezialisten“ mit wenig professionellem
Gerät gefischt. Eine 25´er Mono ist einfach kein Gerät für 15 Kilo Kings in der Strömung. Daher sind
diese Burschen mehr am neu montieren von Montagen als am Landen von Fischen.



Claus ist dann mal einen Tag mit Kollegen an den Harrison-River gefahren. Das Wasser unterscheidet
sich deutlich von dem des durch Schwemmstoffe gefärbten Fraser- River.

Tolle Aufnahmen!







Nach meiner Meinung werden die Hunde auch sehr unterschätzt, denn der Fisch liefert einen harten
Drill, schmeckt geräuchert sehr gut und hilft einem über so manche King-Durstperiode mehr als
hinweg! Ich schätze diesen Fisch wie jeden anderen auch und er steht für mich nicht unter dem King.



Ob vom Ufer oder vom Boot, gute Fische kann man hier immer fangen. Hermann im Drill vom Boot,
auch wenn dieses am Ufer liegt. Es geht darum in der Aufstiegsrinne der Fische den Köder optimal
– also grundnah - zu präsentieren.




Tja, und dann gibt es auch noch Jigs! Diese werden mit sehr gutem Erfolg seit Jahren eingesetzt, auch
wenn hier einige mittlerweile der Meinung sind den neuen Superköder erfunden zu haben! Diese Jigs werden an der Pose gefischt und dann „gezupft“, eine sehr interessante und kurzweilige Angelei.




Fällt Euch was auf?

Der Köder wurde voll genommen, kein „Lining“ oder ähnliches Reißen von Fischen. Man sieht
deutlich: Wenn der Köder gut präsentiert wird, kann dieser vom Fisch auch entsprechend genommen werden. Es ist also nicht nötig den Fisch nur mit dem blanken Haken am Körper zu haken und meist
zu verlieren. Der Fisch flüchtet nach einem „Körpertreffer“ mit Metern von Schnur meist flussabwärts
und ist dann nicht mehr in der Lage seinen Laichzug anzutreten.



Gut, das ist er auch nicht mehr wenn er entnommen wird. Dann wird er jedoch verzehrt, macht mehr
Sinn als einen Fisch einfach verludern zu lassen. Nächstes Foto: Claus mit einem schönen King,
direkt an der Strömungskante gefangen und dort auch wieder in die Freiheit entlassen.
Die Fische reagieren dann komplett anders, stellen sich normal in die Strömung und schwimmen
auch den Strom hinauf.






Es geht nicht immer um die Größe, die Umstände entscheiden! Und wenn der Fotograf auch endlich
mal die Rute gegen die Kamera eintauscht und dann gleich Erfolg hat - Super!



Tja, da hake ich endlich einen großen Fisch an der Aufstiegsrinne und dieser zieht mich fast hinterher!

Schaut´ euch mal die Strömung an, ich fische eine 32´er geflochtene Powerline und eine 60´er
Fluocarbon als Schlagschnur - Peng!!!



Langsam die Pose an der Rinne geführt, leicht verzögert und Biss! Nach dem Anhieb muss der Fisch
sofort aus der Strömung, sonst geht gar nichts. Und glaubt mir, auch mit Rute parallel zum Ufer stoppt
Ihr einen großen King nicht!



Hier versuche ich es noch verzweifelt aber der Fisch ist schon den Fluss runter. Hermann versucht noch
zu retten, was nicht mehr zu retten ist - keine Chance mehr. Aber so ist es, jeder von uns kennt solche Momente und nicht nur in BC!



Ein Hundslachs Rogner! Da sage noch einer das sind keine schönen Fische! Absolute Kraftpakete,
schlank, schön und mit Biss. Wünschen wir uns diese Vorzeichen nicht alle mal?



Claus mit Guide, zusammen zum Fisch. Ein schöner Abschluss mit einem Rogner, auch wieder ganz
sauber gehakt! So wird das gemacht und nicht anders!




Abschließend: Es ist möglich in BC neben den gewaltigen Stören auch eine große Menge an Lachsen
vom Ufer ganz ohne Guide zu fangen. Oft sind alle 5 Lachsarten gleichzeitig im Strom, Hunde, Kings,
Pink, Buckel und Silberlachse. Die Buckellachse steigen allerdings nur in den ungeraden Jahren auf,
dann allerdings meist in unglaublichen Massen. Speziell für Fliegenfischer sind diese Fische sehr interessant.

 

Hier noch einmal kurz die Fangzeiten für Interessierte, mein persönlicher Rat: Mitte Oktober!
Und glaubt mir ruhig, ich war dort und habe es mit eigenen Augen gesehen!

Fangtabelle:
Königslachs: Juni - November
Rotlachs: Juli - Ende Oktober
Silberlachs: September - November
Hundslachs: Sept. - November
Buckellachs: August. - Oktober, nur in ungeraden Jahren!
Steelhead : Dezember – April.

 

Dies sind jedoch nur Anhaltspunkte, bedingt durch Wetter und Wasserstände können sich diese
Werte in der heutigen Zeit durchaus verschieben. Daher ist ein guter Guide eine mehr als lohnende Investition, auch beim Fischen vom Ufer.

 

Gruppenreisen mit Andree´s Angelreisen werden mittlerweile durch unseren Freund Andreas Weyel durchgeführt. Andreas ist ein geduldiger und erfahrener Profi, auch Anfänger können mit ihm den Traumfisch in BC fangen, sehr zu empfehlen!

 

Bis demnächst am Wasser und

 

Tight Lines

 

Euer Frank Knossalla



TOP   /   HOME