"EIN SCHATZ IN MAROKKO"
Lac Bin el Quidane - Teil 2






Am nächsten Morgen bin ich endlich dran, bekomme auch meinen Schatz, weniger spektakulär da
ungleich kleiner, aber ebenfalls ein hübscher Spiegler.











Kurz danach noch ein fast gleich großer Schuppi, da deutet alles auf ein Flat-Rate-Mais-Fressen für Heranwachsende hin, na gut. Leider verliert Claus kurz darauf einen wohl besseren Fisch, wir päppeln
ihn mit tröstenden Worten und einem kalten Drittel wieder ein wenig auf.





Drumherum sieht es nicht viel besser aus, Niedrigwasser, die recht hohen Temperaturen, das
Überangebot an Mais (Abkippen ist auch keine Lösung liebe Vorgänger an unserem Platz )
verleiden den Fischen wohl den Austausch mit dem hoffenden Angler-Trio.








Die nächsten Tage vergehen ohne Erfolge, wir loten, basteln Rigs, suchen nach viel versprechenden
Plätzen und überlegen neue Strategien.










Platzwechsel werden diskutiert aber wieder verworfen, laut Austausch mit unseren marokkanischen Betreuern wird auch bei den anderen Gruppen am See durchwachsen gefangen.

















Eine Gruppe am gegenüberliegenden Ufer mit einem 20 kg + Fische, genauere Infos aber
Fehlanzeige. Zwischendurch ein Geburtstagsgruß in die Heimat, mein alter Grundschulfreund
Frank Knossalla feiert, Prost und Dank an Afrika für das gute Handy-Netz.

Und André Tieke sitzt auf Platz 29!














Der 26.09., Auftritt von Claus und endlich Fischkontakt für ihn. Ich entlasse ihn allein mit krummer
Rute, Kescher und dem recht kleinen Schlauchboot seinem Schatz entgegen.

















Ein Wahnsinns-Drill beginnt, kurz nach dem Start setzt der alltägliche Mittagswind ein!

Rückenwind, der kämpferische Fisch wittert seine Chance und entfernt sich zusammen mit Claus
und dem Boot immer weiter von unserem Platz.


Als die Distanz immer größer wird, entscheidet sich Andreas hinterher zu schwimmen, denn es ist
mehr als unwahrscheinlich mit dem hoffentlich irgendwann besiegten Fisch und gegen den Wind
anrudernd zurückzukehren.

Respekt, Andreas legt eine 1A-Schwimmeinlage ein, Claus bekommt in ca. 500m Entfernung den
Kescher unter seinen Fisch geschoben und beide erreichen erschöpft aber euphorisch den
Ausgangspunkt dieses spannenden Kräftemessens.










Teamwork und tolle Erinnerung, die diesen Fisch für Claus sicher zu einem besonderen Fang
machen, allerdings blöd von mir, da ich gleich mit ins Boot hätte gehen sollen.



Ich mache es durch ein paar schöne Fotos wieder gut, das traumhafte Schuppenbild und 13kg
Schwimm- und Muskelmasse strahlen mit dem Fänger um die Wette.
















Das war es fast, ich gehe zwar am nächsten Tag in der imaginären Stückzahlwertung wieder in
Führung, ein kleiner Schuppi vergreift sich an meinem Mais-Rig, allerdings sollte es noch ein paar Überraschungen geben.










Es ist Donnerstag Nachmittag und plötzlich sind die Berge weg.






Ein breiter brauner Vorhang legt sich aus Richtung des Basiscamps näher kommend über den See,
kurz danach überrollt uns ein Sandsturm, wirklich Wahnsinn nach den vorangegangenen
Sonnentagen ohne jegliche Bewölkung.






Ich halte leicht angespannt mein Zelt fest, vorher haben wir alles verzurrt und verstaut, die Steine
und Sandkörner prasseln nur so dagegen und der heulende Sturm drückt die Schirmstangen in
unfassbare Krümmungen, danke Taiwan...

Claus und Andreas scheint es nicht sonderlich zu stören, nach dem ersten Abklingen rufen Sie nach
mir, Andreas fotografiert im Sturm, die Augen geschützt durch seine Taucherbrille.







Claus sorgt für die Bewirtung und öffnet kalte Drittel für uns, das alles im Windschutz meines
gebeutelten Zeltes. In Vorbereitung der Abreise werden wir am Freitag abgeholt und ins „Hotel“
gebracht.






Klasse ist der gemeinsame Abend mit einer Gruppe österreichischer Angler und einer
Filmvorführung von besseren Fangtagen, es gibt wieder kaltes Bier und wirklich gutes Kus-Kus.

Bis tief in die Nacht lassen wir die Woche Revue passieren und einigen uns auf einen erneuten
Anlauf in der Zukunft. Eventuell kann man ja mal über eine Umerziehung des Hotel-Hahnes
nachdenken, denn dieses Hühnchen zeigt wirklich jede volle Stunde mit seiner rauchigen Stimme
an und nicht nur wie gewöhnlich den Sonnenaufgang.



























Gefischt haben wir mit einfachen Haar-Montagen und Maiskette, gepoppt und liegend, künstlich und verfeinert. Trotz der unterschiedlichen Tiefenstruktur an unserem Platz, bissen alle Fische auf einer
Linie zwischen 10-12 m.

Wir hätten uns am Anreisetag mehr Infos zum See gewünscht, insbesondere über Erfolge der vorangegangenen Angler aber auch Hinweise zu Tiefen, Struktur, Angelmöglichkeiten in Richtung Staumauer und eine Übersichtskarte wäre prima gewesen.






Wir haben es dem Veranstalter, Marc Vergauwen, empfohlen und er wird sicherlich die eine oder
andere Verbesserung folgen lassen.

Details zu Buchung, Material etc. findet ihr über die Internet Seite von Michael Flosdorf, www.carpmeeting.de, sowie der offiziellen Seite www.moroccocarpfishing.com.


Über weitere Anbieter kann ich nichts berichten, da mir die Erfahrungen fehlen. Abschließend möchte
ich noch sagen, dass die einheimischen Betreuer einen tollen Job gemacht haben, sei es mit Ihrer Freundlichkeit und Anteilnahme oder beim Schleppen von überdimensionierten Rucksäcken und
Tackle, eine kleine finanzielle Anerkennung sollte bei dem Gesamtpaket drin sein.

P.S.: Wenn es in der ersten Nacht unheimliche Geräusche unterm Zeltboden gibt – Skorpione rascheln
nicht, das machen nur Geckos.

Euer Jörg
















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