Angeln in der alten Heimat!
Wie lange haben wir uns schon auf diesen Trip gefreut? Wochen? Monate…?
Egal, der Wagen ist nun mehr als voll, Korni hat sich Last Minute entschlossen von Anfang an mit
dabei zu sein.

Ursprünglich sollte ich ihn erst später in der Woche vom Bahnhof in Nienburg abholen - schön jetzt zusammen die kommenden Tage voll zu genießen und von Anfang an mehr als 100 % geben zu
können. Schließlich sind wir ja ein Team und das gehört zusammen.

Der Wagen zieht förmlich alleine seine Bahnen, immer sanft gebremst um nicht die Schallmauer zu durchbrechen. Wir wollen ans Wasser, endlich die Ruten in den Teich bringen und unsere sozialen Bindungen stärken.

Also auf in den Norden Richtung Hannover, genauer gesagt nach Landesbergen, direkt an die
Schleuse. Claus, mein alter Freund aus der „Jugend“ hat eine Stelle gewählt und ein vorgefütterter
Platz wartet bereits auf uns.

Er ist selbst ein FoF-Team Mitglied und ein sehr erfahrener Angler der schon viele gute Fische
überlisten konnte. Da er Wasser ohne Ende direkt vor der Haustür hat, läuft uns bereits nach der
Ankunft bei herrlichstem Wetter das Wasser im Mund zusammen.


Ihm können wir vertrauen und immerhin könnten wir ja auch noch eine neue Stelle aufbauen,
5 Tage und 4 Nächte sind doch ein Wort!
Schnell wird das vom einzigen dort ansässigen Berufsfischer ausgeliehene Boot beladen und ab
geht es mit der "Teillieferung" des Tackles. Der Rest wird an einem verabredeten Platz am Auto
abgeholt und zu unserer ausgewählten Stelle "verschifft"!


Der Platz liegt nach einer schier endlosen Tackle Transport Nummer endlich vor uns. Eine Bucht,
Struktur Badewanne, bewachsene Ufer mit Zweigen die das gesamte Ufer säumen. Die Tiefe fällt
sanft ab auf ca. 3,5 Meter und wir sind am Ziel.


Wir fahren mit dem Boot über die Stelle. Nichts besonderes zu sehen, keine Fische auf dem Lot
aber was heißt das schon!


Schnell wird noch Christian, der 4. im Bunde abgeholt, so dass jetzt zwei Carphunter und zwei Raubfischangler sich breit machen können.

Rigs sind nicht das Thema, nach meiner Meinung sind sie das eh so gut wie nie…Wir hoffen nur die
Fische am richtigen Platz zu befischen und einige Fische zeigen sich auch auf dem markierten Platz.
Ob es Karpfen sind wissen wir noch nicht, wir hoffen es aber.


Jeder von uns fischt mit 2 Ruten links und rechts neben dem eigentlichen Futterplatz. Gefüttert
haben
wir mit Ocean Fresh Murmeln in 18 mm und frischen Halibut-Pellets von denen das Öl noch
immer von meinen Fingern zu tropfen scheint.


Wir fischen mit unterschiedlichen Ködern um erst einmal zu testen was geht.
Schneemann-Präsentationen, Einzelne Sinker in 18 und 28 mm, 2 Murmeln mit 15 mm.
Ab dafür
auf den Spot!


Partikel haben wir keine gefüttert, wir wussten um den enormen Weißfischbestand und wollten
nicht die Aufmerksamkeit noch mehr auf uns lenken, die Pellets sind schon Waffe genug!
Zu Anfang schicken wir ca. 2 Kg Boilies und 2 Kg Pellets auf den Platz - erst einmal schauen ob die
Carpsüberhaupt aktiv sind.

Nach der ersten Nacht ohne Run, nur ein paar Alande haben an unseren Ködern genuckelt, sind wir
immer noch gut drauf und haben uns erst mal auf´s Frühstück gestürzt.


Eier mit Speck, dass beliebte deftige Essen plus den schwarzen Kaffee - das ist das was man als Hardcoreangler braucht um den Tag zu überstehen.


Claus ist der Brutzler vorm Herrn und sorgt für volle Mägen.

Zwar kam kein Karpfen aber an den Aal-Ruten ging doch noch was und zwei Schlängler fanden den
Weg in den Fischkasten des Bootes.

Nach heftigen Diskussionen über die Größe des Dickeren von beiden einigten wir uns schließlich
darauf, dass es wohl ein "ganz guter Aal von so gut 2 Pfund" sei! Er hatte eine Länge von 82 cm!



Dann konnte ich noch einen guten Zander beim Schleppen erbeuten. Alles ist Prima und das Wetter
spielt soweit gut mit.



Abends am Feuer (erlaubt!) genießen wir die Stunden zusammen, erzählen von vergangenen Zeiten
und kommenden Riesen, einfach schön und kaum zu toppen.


Der nächste Tag bringt weder Räuber noch Karpfen. Trotz intensivstem Spinnfischen lässt sich kein
Räuber verführen. Harte Kanten, ufernahe Büsche, Plateaus...alles wurde abgefischt.


Alles wurde, geworfen, geschleppt und gezupft...aber nix!


Claus zog bei jedem Stellungswechsel konsequent seinen Castaic Realbait hinterher.
Er wollt´s halt wissen.
Auch darauf nicht einen einzigen Einsteiger. Sogar seine spezielle Stelle wo die sagenumwobenen "Rohrhechte" stehen sollen, brachte keine Aktion.

Zu allem Überfluss hat´s mir noch eine Rute zerlegt, mit der ich schon ein paar gute Fische fangen
konnte. Schade drum...aber was soll´s!

An den Top-Stellen geht kein Hecht und an vielen Stellen stehen die Zander noch immer auf ihren
Nestern. Ein einmaliges Schauspiel wenn sich direkt vor einem wilde Revierverteidigungen
abspielen. So was hatten selbst wir noch nicht gesehen.

Große Räuber, Pechschwarz vom Laichkleid und herrlich anzuschauen. Ehrensache für uns, Fische
auf den Nestern gehören in Ruhe gelassen!
Lieber fange ich keinen Fisch als diese Exemplare vom Nest zu ziehen!

Zurück zum Karpfen: Nach der 2. Nacht ohne Karpfenrun (die Alande haben durchaus mal den Pieper klingeln lassen…) entscheiden wir uns nach einer Bootsfahrt für einen Wechsel der Taktik.


Die Brassen und Rotaugen laichen im Flachwasser und wir müssen unsere Ruten dringend in
absolute Ufernähe bringen!

Gesagt, getan und Minuten später schlagen meine 90 Gramm Inline-Bleie in der Bucht nur wenige
Meter vor dem gefährlichen Holz ein.

Ich entscheide mich 1 Kg Ocean Fresh Supersweet Banana zu füttern, Korni bevorzugt die Tutti
Megafish
der gleichen Firma. Die 18'er und 22'er Murmeln kann ich mit dem Stick auch gut auf
90 Meter
füttern.
Der süße Duft sollte doch wie Pralinen wirken, oder?

Als Hakenköder entscheiden wir uns für die Schneemannmontage mit einem Sinker und einem
Pop Up "Black Berry" von Black Label Baits in Pink denn auffällig soll sie sein...die Falle.

Nach 5 Minuten füttern rennt meine linke Rute ab und ich kann einen prächtigen Spiegler gerade
noch von der Flucht in die Büsche abhalten. Spule festhalten und in diesem Fall mal die Dehnung
der monofilen Schnur als Bremse nutzen.

Minuten später liegt der erste Karpfen in den Maschen, ein vom Laichgeschäft noch etwas
verschrammter aber sonst eindrucksvoller Spiegler mit 16 Kg auf der Waage.
Wiegesack runter und der Fisch ist knapp unter 30 Pfund - Treffer!!!


Gegen die Shimano Tribal XTRA in 3,25 lb mit den US Baitrunnern 4500 B hatte der Brocken nicht
viel Chancen. Die Einzige Möglichkeit waren die Büsche links. Doch Petrus sei Dank hatte er nicht
die Kraft gegen die Fishplaying Action meiner Rute gegenzuhalten.
So bin ich hoch zufrieden, denn der Bann ist gebrochen. Nach der Fotoaction geht er
natürlich
wieder in sein Element zurück.


Ich schwebe vor mich hin, lasse den Drill noch einmal durch meinen Kopf Revue passieren…Die
Rute mit dem Schneemann-Rig neu beködert, Wurf, ablegen, füttern - fertig.
Ende Teil 1
Was wir in den nächsten zwei Nächten noch alles erlebten, ob Freud oder Leid, lest ihr demnächst!
Also Rute hoch bis zum 2. Teil
Euer Frank Knossalla