"AUF ZU NEUEN UFERN"
Die Neugier siegt immer!


Teil 1 - Der Nachmittag

Wir schreiben den 23. Juni des Jahres 08 im 21. Jahrhundert!

Kurzfristig rief mich Dirk an ob ich nicht Lust und Laune hätte mal ein WE mit Ihm zu fischen.
Marvin sollte auch dabei sein und so telefonierte ich ein bischen herum, denn wir wollten ein
neues Gewässer erkunden.

Mir fiel auf Anhieb der Brennsteiner ein und ein Anruf bei Daniel ergab leider, dass nur ein
Gastangler pro Vereinsmitglied zugelassen ist. Also nix da mit Brennsteiner. Schade!

Wohl oder übel, die Zeit verrann, beschlossen wir in Dirks Hausgewässer dem Großkrotzenburger
See, zwischen Hanau und Aschaffenburg unsere Zelte aufzuschlagen. Für Dirk nichts Neues, aber
für mich.

Schon länger hatte mich Dirk heiß auf dieses Gewässer gemacht. Zwar sind Fische über 30 Pfund
rar gesät, aber die Bestandsdichte extrem hoch. Auch die Riesengraser in dem See sprachen
mich natürlich an. Meine Neugier war schon seit einger Zeit geweckt. Es war soweit!

     

    

Das Gewässer teilt sich in 3 Buchten und den Hauptsee an dem fast komplett eine Badeanstalt
beheimatet ist.

Die Bucht ganz links ist mit Hütten am Ufer zugepflastert. Wir wählten einen Platz in der mittleren
Bucht, wo wir den Buchtausgang und die gegenüberliegenden im Wasser stehenden Büsche
und das daneben liegende Seerosenfeld befischen konnten.

     

 
Voller Zuversicht luden wir erstmal mein Tackle aus. Dirks und Marvins Platz war schon komplett eingerichtet. Ich kam ein bischen spät, so dass ich erst um ca. 15.30 Uhr mit dem Aufbau beginnen
konnte.

     

     

     

     

Platz fertig, Location abgecheckt, Ruten einsatzbereit. Alles klar - es geht los!

     

     

Der Spot an dem wir meine Rigs ablegten, war wie schon erwähnt ein Seerosenfeld vor der
gegenüber
liegenden Halbinsel. Davor war eine Sandbank mit einer Tiefe von ca. 1,2 m die nach
rechts auf ca. 2,5 m abfiel, geradewegs unter einen überhängenden Busch.

     

     

Die Sandbank wurde mit 18´er Supersweet Banana von der Ocean Fresh Classic Range befüttert
und der Spot daneben mit 18´er Bloodworm Boilies der Ocean Fresh Natural Carp Food Serie.
Die Bananenmurmeln wählte ich natürlich mit dem Hintergedanken, dass vielleicht ein schöner
Graser vorbei kommen könnte.

     

     

Laut Dirk ist der Spot an den meine Ruten kamen ein absoluter Hot Spot, den man immer den
Gästen überlässt, damit Sie nicht blanken. Na mal sehn was kommt! Auf jedenfall war die
Erklärung warum und wieso einleuchtend.

Tagsüber treffen sich die Carps ganz hinten in der mit Totholz fast zugestellten Bucht zum
gemeinsamen Sonnenbaden und ziehen beim Hineinschwimmen und Verlassen des anziehenden Gewässerabschnitts direkt über die beiden Spots. So jedenfalls die These laut ihren Erfahrungen.

     

Da der Untergrund hier sandig ist und ich nicht den Argwohn der Fische wecken wollte,
verwendete ich Steinbleie der 120 g Klasse, unauffällige Saftybolts, sandfarbenes Fox Coretex Vorfachmaterial und sandfarbene Gamakatsu Carphooks der Gr. 4.

     

Dazu kam für die tiefer abzulegende Rute ein kleiner PVA Bag gefüllt mit ein bischen Pellet Mix,
Method Mix, eine Kugel Bloodwormpaste mit der auch der Singlehook umhüllt wurde, ein paar
gecrunschte und ein paar ganze Bloodwormboilies. Der Bag der zweiten Rute unterschied sich
nur in der Boilieart un der Nichtummantelung der Murmel.

    


Die Zuschauer in Form von Raupen, Asseln etc. leckten sich schon die Mäuler und Rüssel. Aber
leider zogen sie beleidigt wieder ab. Hatte ich doch alles gut in verschließbaren Eimern deponiert.
Könnten ja wie an anderen Seen ne Menge Mäuse oder Ratten auftauchen.

     

    

Marvin fuhr meine beiden Ruten dann raus und legte sie punktgenau ab.

     

Die ersten zwei Stunden tat sich nichts, ausser das ein Besuch dem anderen die Hand gab. Das
brachte natürlich Unruhe an den Platz und dann kam es natürlich wie es kommen mußte.

     

Mein Platz war ca. 15 m vom Headquarter entfernt. Es piepte unentwegt, weil der Hund von Dirks
Freund wie ein wilder um die Pods schnüffelte und er mit seinem Schwanz, dem hinteren,
andauernd die Schnüre traf, worauf die Bissanzeiger sich jedesmal gestört fühlten und geqüalt
aufschrien.

In dem ganzen Durcheinander kam auch noch Marvin aus seinem Zelt und erzählte was von einem
Alien das seine Zeltwand bevölkerte. Das Alien stellte sich als großer Bockkäfer vor und wanderte
über Dirks Finger auf meinen Arm wo ich versuchte eine Makroaufnahme von dem Krabbler zu
machen. Nämlich diese welche die ihr rechts unten seht.

    

    

Ungefähr 10 Millisekunden nachdem des Auslöser klickte, piepte es mal wieder durchdringend.
Scheiß Köter dachte ich mir im Insgeheimen, doch aus den Augenwinkeln sah ich die blaue LED
meiner Funkbox leuchten. Mist! Wohin so schnell mit Kamera, Bockkäfer und Co.?

Bevor ich reagieren konnte, der Vollrun dauerte an, nahm Dirk seine Beine in die Hand und war
als Erster bei meiner Rute. Schlug an und.....fest!

    

War mir klar! Nicht umsonst hatte ich die Ruten so dicht wie möglich an meinem Zelt platziert.
Der Busch an dem rechten Spot sah aus als ob er noch ein paar Gefahren unterwasser bereit
halten würde. So war es dann auch. Der Carp war mitten ins Unterwassergehölz gerast und hatte
sich festgesetzt. Was blieb, war nur der 1. Abriss und dem Himmel sei Dank auch der Einzige
der Session.

    

    

Wir verlegten nach diesem 1. Adrenalinstoß erstmal die Talkrunde an meinen Platz. Wer weiß
was noch kommt. Mittlerweile zierte eine achtlos weggeworfene Türkeiflagge meine linke Rute,
der Vorbesitzer war wohl sauer über die Niederlage bei der EM.

Ich dachte mir "Heut wird nicht mehr verloren"!

     

    

    

Die Zeit zog sich hin und nichts passierte. Für Dirk völlig unverständlich, aber was will man
machen? Man sitzt an einem der besten Plätze des Sees und es geht nix. Wem ist das nicht auch
schon mal passiert?

    

Etwas Kurzweil hatten wir mit Enten füttern, kleine Köfis stippen oder ein bischen "Bilden"!

     

     

Die Sonne neigte sich gefährlich gen Horizont, was bedeutet, das die Nacht bald anbrechen würde.

Fortsetzung mit Teil 2 - Die Nacht



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