
Und erneut zieht der schwarze Bolide seine Bahnen in Richtung Heimat, wie Ihr ja wisst ist dies im
Norden, sprich in dem kleinen Örtchen Nienburg.
Wieder sollte es eine Kieskuhle an der Weser sein, Claus hat 3 x vorgefüttert – ein dicker
Herbstkarpfen passt bestimmt schön in´s Bild mit den verfärbten Blättern. Wie immer muss ich mich
stark zurückhalten um nicht in das Visier der Überschalljäger zu geraten…
Ich bin bereits am Donnerstag los, ein heftiger Sturm und Regen am Mittwoch Abend haben es mir
nicht erlaubt bereits früher zu starten und ganz ehrlich: Ich mag es nicht im strömenden Regen mit
dem Boot zur Stelle zu ullern, dann alles klitschenass aufzubauen- na ja, Ihr kennt diese Sachen
und meine sind es nicht!

Also am Donnerstag hin und alles klar gemacht. Wir fischen in einer „Badewanne“, abgesehen von
der flacheren Uferstruktur ist der gesamte für uns erreichbare Bereich 2.80-3,00 Meter tief. Leicht
sandiger, teils lehmiger Boden, viele Muscheln und auf meinem Spot anscheinend jede Menge Zuckmückenlarven die bissig auf meiner Hakenspitze hängen. ;-)


Ich fische 2 Ruten auf Karpfen, eine direkt hinter der Kante, die andere im freien Wasser auf der Zuckmückenbank. Ein großer Single - Hookbait kommt an das Ufer, ein Schneemann mit
Bloodworm - Sinker und einem würzigen Fish Po-Up auf die Zuckis. Als Leckerli kommt noch jeweils
eine Tüte mit Micro-Pellets mit dazu. Keine 10 Minuten später klingelt es an meiner rechten Rute.
Höflich öffne ich die Tür und ein Aland der jedem Stipper das Herz brechen würde, tritt ein.

Nicht der Zielfisch, klar. Aber immer wenn ich diese Burschen am Platz hatte, klappte es meist auch
mit den Karpfen. Also runter mit den kleineren Schneemännern , Schluss mit den Pellets und sofort
einen Big Ball ran, den noch mit Bloodworm - Pellet Paste ummantelt und raus damit, die Nacht
sollte dann den Dicken vorbehalten sein…

Denkste! Nichts ! Kein einziger Piepser bei mir, absolute Sendepause und eine einfach nur
stürmische Nacht die mich kaum schlafen ließ. Bedrohliche Böhen ließen mein Zelt heftig schräg
stehen - kam mir irgendwie vor wie die G-Kräfte bei der Formel 1. Jedenfalls sah mein Zelt im Wind
so aus – aber hierzu später mehr.

OK, dann halt keine Brassen und Alande, warte ich halt auf den Dicken Herbstkarpfen und schalte
durch die Verwendung von großen Ködern die kleinen auf Pause. Heute frage ich mich ob dies
nicht vielleicht ein Fehler war. Vielleicht sind die Karpfen ja aufgrund der vielen Zuckis auf kleinere
Köder eingeschossen gewesen und ich habe mit den großen Murmeln meine Chancen verspielt?

Dies fiel mir erst eine Nacht später, sprich in der letzten Nacht ein. Wieder eine Kette aus kleinen
15 er Sinkern mit Bloodworm - Extrakt gefischt und wieder ein Biss- Brassen der 5 Pfund Klasse aber
kein Karpfen…Auch mein Freund Jörg hatte auf der anderen Seite der Bucht nur Brassen, jeder
Wurf ein Treffer. Warum war schnell geklärt, die PVA-Tüte gefüllt mit Halibut - Pellets und weiteren Leckereien waren der Magnet für die schleimigen Gesellen.

Aber mal was anderes: Wenn der eine nicht möchte hat vielleicht der andere Appetit? Ist doch wie
im echten Leben, oder? Mein Freund Claus und Christian haben auf Hecht und Zander gefischt,
sowohl mit der Grundrute als auch mit der Stellfischrute.

Wenn die beiden Tagsüber mit dem Boot unterwegs waren „durfte“ ich auf ihre Ruten aufpassen-
na gerne doch! So gab es reichlich Action für Jörg und mich und die Hechte haben uns die Tage
wirklich versüßt! Ständig rannte eine Rute los und die Hechte an einer superleichten 7 Meter Stippe
zu fangen ist echt ein Spaß!

Wir hatten viel Freude und sowohl Jörg als auch ich haben unseren ersten Stellrutenfisch gefangen!
Was höre ich da? Geht gar nicht? Nein , erstmal locker bleiben bitte. Ich bin doch Allrounder und
wenn die Hechte gehen wie der Teufel – warum nicht ? Raubfischangeln ist eh eine Leidenschaft
von mir und so wurden aus den Karpfen die RäuberJ Und ganz nebenbei: Claus hat die Stellrute
wieder Salonfähig gemacht und viele gute Fische wurden im Verlauf der Saison bereits von ihm
überlistet, Petri!



„Was geht Frank, wollen wir mit dem Boot los?“ Klar Claus, mit Dir immer! Also wir beide ins Boot
und ein bisschen werfen und schleppen. 20 Minuten am Hot- Spot werfen – Null.
5 Minuten Schleppen mit Wobblern und ich höre Claus noch sagen: „ Da kommt gleich einer für
Dich, sei bereit…“ Sekunden später geht ein Schlag durch meine Rute und ein schöner Zander rollt
an der Oberfläche, schnell ist er Bord und wir freuen uns über den schönen Erfolg. Zander auf
Ansage, Claus wird mal wieder seinem Ruf als Mr.Zanderguide gerecht…


Weiter geht es , wir schleppen um die Hot Spots rund um die Inseln, hier geht eigentlich immer was.
Nix! Aber warum produzieren diese heißen Stellen keinen Fisch? Sieht doch alles gut aus, mal
Sonne, mal Wolken und dann der heftige Wind aus Südwest…?

Das ist es doch! Der Wind! Auf dem Echo sehen wir starke Fischansammlungen in der Bucht auf der
Wind steht! Die gute alte Hausregel, die Fische folgen dem Wind…Also schleppen wir unsere Köder
an dem Sturmufer entlang – Treffer! Wieder kann ich einen schönen Fisch landen, diesmal ein
Hecht. Kein Riese aber ein Erfolg der Lust auf mehr macht.
Kurz danach verliert Claus noch einen Fisch. Wie immer mit Claus kamen fast alle Fische auf
Ansage. Die Fische zeigten sich auf dem Lot recht deutlich und meist kam dann auch der Biss.
Ein Echolot kann durchaus mehr als nur ein Tiefenfinder sein! Wer damit umgehen kann ist definitiv
im Vorteil und kann gezielter fischen.

Claus fängt noch einen schönen Zander auf die Grundrute und wie immer haben wir viel sozialen
Spaß, dank Gina! Warum? Nun, auch wir brauchen noch unsere kleine Geheimnisse und eines nur:
GL war nicht bei uns, jedenfalls nicht physisch…


Am Ende haben wir im Team 14 Hechte , 2 Zander, diverse Brassen und einen Aland landen können
und hatten eine tolle Zeit. Gemeinsam mit Jörg mussten wir noch den Angriff eines Nienburger
Wolfes abwehren, dieser hatte sich im laufe der Tage zu einer wahren Bestie verwandelt und wir
konnten ihn nur mit Mühe abwehren…

Joke, unsere „Ronja“ ist super Lieb und tut nur den bösen Mensch etwas, dennoch fanden wir die
Fotos nett und es wird klar dass dieser Hund auch ein Wolf im Schaafspelz ist.


Was für ein Resümee kann ich hier ziehen? Nun, manchmal muss man flexibel sein, erkennen wenn vielleicht ein anderer Fisch sich als Ziel anbietet und entsprechend reagieren.

Klar hätte ich gerne einen Karpfen gefangen aber ich komme absolut entspannt nach Hause, habe
schöne Erlebnisse mit meinen Freunden gehabt und bin mehr als zufrieden.
Geht da noch was?
Bestimmt, dann im 4. Teil der Nienburg-Saga!
Rute hoch!
Euer Frank Knossalla
|