"SCHLAFLOSIGKEIT"
von Daniel Hermann


Schlaflosigkeit..

 

Es ist ein ganz normaler Sonntagmittag. Das Handy Klingelt. Ich gehe ran und vernehme eine
äußerst motivierte Stimme meines Kumpels Patrik. „Los Dani, wir gehen Montag bis Mittwoch
an unseren Vereinssee“.  Klar dachte ich mir, warum denn eigentlich nicht, wenn da nicht mein
erschöpfter Urlaubsplan wäre. Irgendwann muss ich doch auch mal Geld verdienen.

Das Wetter und der Luftdruck waren seit Tagen konstant, da musste einfach was gehen. Es wird
zwar stressig, aber es musste einfach sein, denn es roch nach Fisch. Morgens um 7 Uhr aufstehen
um zur Arbeit zu fahren. Das wäre alles kein Problem, wenn es nicht über 100 Kilometer wären.
Vor allem bei den heutigen Spritpreisen ein Zeichen von Luxus.

 

Gesagt getan. Montag nach der Arbeit ging es los. Mit leichtem Gepäck bewaffnet machte ich mich
auf den Weg. Am See angekommen, hatte Patrik sich schon eine schöne Stelle an der Spitze
ausgesucht von welcher wir beide problemlos unsere Spots anfischen konnten.

 

Nach einem zünftigen Abendessen, ein, zwei Blonde später kam auch schon der erste Biss um
23 Uhr. Meine weite Rute pfiff ab. Anschlag und weg. Der nächste dann um halb eins. Dieses mal
aber kein Dauerton, sondern eher ein verdächtiges Wippen des Swingers. Ne Schleie war mein
erster Gedanke. Dies sollte sich auch bestätigen. So ging es dann auch im Stundentakt weiter.
Kaum eingeschlafen, biss schon der Nächste. Am morgen hatten wir 2 Karpfen von geschätzten
10 und 24 Pfund sowie drei super schöne Schleien auf der Habenseite. Patrick verlor leider
einen großen Spiegler im Morgengrauen.

 
                        


Da es mittlerweile sieben Uhr war genehmigte ich mir noch eine kleine Katzendusche im See
und fuhr langsam zur Arbeit. Die fehlenden Stunden schlaf machten mir schon zu schaffen. Die
Fahrt auf der Autobahn war äußerst brisant.


Der Arbeitstag verlief schleppend. Dauereinsatz am Telefon und fordernde Kundentermine zehrten
noch mehr an meinen Kräften. Nicht einmal Zeit für die Mittagspause war da, aber was tut man
nicht alles.

 

Um sechs Uhr schloss ich mein Büro zu und fuhr wieder los. Vorher noch beim Großen „M“ vorbei
um uns das Abendessen zu holen. Nach kalorienreicher Stärkung lagen dann auch kurz vor der Dämmerung unsere Ruten im Wasser und warteten auf die hungrigen Fische!

                        

 

Die ließen auch nicht lange auf sich warten, denn wieder ging es weiter. Brasse, Schleie,
Schleie, Brasse. Mittlerweise wurde es mühselig und ich musste mich echt überwinden, die
Ruten erneut auf die Spots in 150 Meter Entfernung zu bringen, denn ich war einfach todmüde.
Im Hinterkopf gingen mir schon die Termine für diesen Tag durch den Kopf, welche ich zu
erledigen hatte!

Nach einem halbstarken Spiegler um drei Uhr, hatte ich die Rute einfach irgendwo ins Nirwana geschmissen. Zurück im warmen Schlafsack plagte mich das schlechte Gewissen. Was wäre,
wenn dein Zielfisch genau zu dem Zeitpunkt gebissen hätte? Also wieder raus aus dem warmen
Schlafsack und ab ins Boot. Meine Kante, welche ich befischte war schnell gefunden.

Die Montage schlug sanft auf dem schlammigen Untergrund auf. Noch schnell zwei Kilo Boilies
drüber und zurück.

 

Soeben war ich eingeschlafen, schon hob sich der Swinger wieder um im selben Moment wieder
einen Zentimeter zu fallen. Langsam wurde ich aggressiv, denn die schleimigen Plagegeister
wurden langsam zur Tortur.  Ich setzte einen beherzten Anschlag. Scheisse der Fisch hängt im
Kraut fest! Den Druck also leicht erhöht und siehe da ich gewann, Meter um Meter Schnur. In
ziemlicher Sicherheit dachte ich an einen riesigen Krautbusch, welchen ich da gen Ufer zog im Schlepptau eine Brasse.


Doch irgendwie glänzte dieser Krautbüschel verdächtig, als er im kristallklaren, seichten Wasser
langsam in den Kescher glitt!

                                   


Patrick hatte echte Mühe, den bulligen Fisch auf die Abhakmatte zu hieven. Ein anschließendes
Wiegen bestätigte seine Ausmaße denn mit genauen 20 Kilo Kampfgewicht lag er nun vor uns.
 

Nun war an Schlafen sowieso nicht mehr zu denken. Also Kaffee kochen, und warten bis es
sieben Uhr wird um meinen Krempel zusammenzupacken und zur Arbeit zu fahren…

                        

                        


Wir saßen da, bei aufgehender Sonne und rätselten, was passiert wäre, wenn ich die Rute nicht
nochmals an meinen vorgefütterten Spot gefahren hätte….

 

Ich kann´s mir schon denken…

Euer Daniel



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