Im Sommer 2008 hatte ich die Möglichkeit vom 01. Juli bis 1. Oktober ein Praktikum bei Andree´s Angelreisen am Ebro zu absolvieren. Meine Aufgabe war es die Gäste zu betreuen, zu versorgen
und sie näher an die Praxis der Angelkunst zu bringen.

Darüber hinaus hatte ich das Vergnügen mich vier Wochen intensiv mit der Wallerangelei zu
beschäftigen. Ich probierte und testete alle erdenklichen Methoden, um den kampfstarken Welsen
des Riu Ebro auf den Zahn zu fühlen.

Wie sich herausstellte auch mit sehr gutem Erfolg. Die meisten meiner gefangenen „Siluros“
überlistete ich jedoch mit der Spinnrute.

Zu gleicher Zeit als ich im Camp arbeitete, fand ein von Andy Weyel geleitetes Spinnfischseminar
statt, worunter sich unter den Teilnehmern auch Markus Heine und Christian Hoch von Fisch & Fang befanden.

Die beiden waren in Spanien um einen Film für ihre DVD zu drehen (Spinnfischen auf Waller). Für
mich ergab sich die Möglichkeit bei den Dreharbeiten mitzuwirken. Durch den Fang eines 201 cm
langen Welses sicherte ich mir ein paar Minuten auf der DVD.

Am Ende des Seminars fragte mich Andy, ob ich nicht Lust hätte mich ein bisschen in der Szene
umzusehen. Er gab mir die Chance mit ihm, Joachim Eilts von Fisch & Fang und einer kleinen
Gruppe von 15 Leuten nach Kanada zu reisen um eine weitere DVD zu gestalten (Auf Störe am
Fraser River).

Außerdem sollte ich das Spinnfischseminar 2009 mit ihm leiten. Es war mir klar, dass es für mich
eine einmalige Gelegenheit war. Ich musste nicht lange überlegen, bis ich ihm die Zusage erteilte.

Da ich sehr viele Stunden am Flusslauf des Ebro und an den wunderschönen Stauseen verbringen
durfte, konnte ich mit dem von mir bevorzugten Gerät zahlreiche Fische fangen.
Ich verwendete folgendes Equipment:
Ruten:
A.H.F. Leitner DYNA-CAST ultra leicht 245 cm
A.H.F. Leitner DYNA-CAST IM7 Spin 3m 10-40 g
A.H.F. Leitner DYNA-CAST IM7 Spin 3m 20-70 g
A.H.F. Leitner DYNA-CAST Ebro
A.H.F. Leitner DYNA-CAST Po
A.H.F. Leitner DYNA-CAST Carpfighter 3 lb und 3,5 lb
A.H.F. Leitner DYNA-CAST Stream 50-100 g
A.H.F. Leitner DYNA-CAST Spinfighter
A.H.F. Leitner SUPERCAT Wallerrute
A.H.F. Leitner Corregone Zoom Hegenenrute
Schnüre:
EXCALIBUR 0,19 – 0,22 mm für Schwarzbarsch
EXCALIBUR 0,33 – 0,36 mm für Zander
EXCALIBUR 0,43 mm für Karpfen
A.H.F. Leitner DYNA-CAST Universe 0,50 – 0,60 mm zum Welsfischen
A.H.F. Leitner DYNA-CAST Supercat 0,60 mm zum Welsfischen
Haken:
A.H.F. Leitner Specimen Einzelhaken und Drillinge in sämtlichen Größen
Sonstiges:
A.H.F. Leitner Posen, Kevlar, Sandra Twister usw.
www.ahf-leitner.de

Als ich im Sommer loszog, ist es mir zusammen mit Mario Lange, einem sehr guten Freund und
Fischer, gelungen 117 Welse in einem Zeitraum von knapp 4 Wochen an die Spinnrute
zu bekommen.


Von unseren Welsen haben 11 Stück die 2 m Grenze geknackt. Die Top 5 hatten eine Länge von
234 cm, 233 cm, 225 cm, 213 cm und 211 cm. Der Durchschnitt lag zwischen 110 und 150 cm.

Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Fische zwischen 150 und 200 cm genauso wie die
Kinderstube, an denen an manchen Tagen kein Vorbeikommen möglich war.

Sicher hatten wir auch sehr viele Zander als Beifang, sogar bis 93 cm. Manchmal waren die Zander
eher und häufiger an der Rute als der eigentliche Zielfisch.

Wir hatten Zeiten, wo auf einen Waller fünf oder noch mehr Zander kamen, die teils die großen,
schweren Blinker und Gummifische attackierten.

An solchen Tagen schien es völlig egal zu sein, ob man seinen Köder tief oder nahe der
Wasseroberfläche führte – sie waren einfach überall!

Die Hauptstrecke die wir befischten, war von Flix bis Asco, aber auch die Waller im Zwischenstau
(Embalse de Flix) und im Stausee Riba-Roja „kontaktierten“ wir.

Das hauptsächliche Ziel war aber der Fluss, weil das Spinnfischen im See wegen der Gewässertiefe
und der zahlreichen Abrisse in den Bäumen unter Wasser sehr mühsam und kostspielig ist.
Trotz der vielen Verluste ließen wir uns nicht davon abschrecken und konnten auch hier den einen
oder anderen Wels zum Anbiss verleiten.

Wallerspinnfischen
Zum Spinnfischen auf Wels verwendete ich meistens die Dyna-Cast Spinfighter mit einer Shimano
Stella 6000 FA. Das Schönste an dieser wirklich ausgezeichneten Rute war, dass ich nie, auch mit
den großen Fischen, egal ob vom Boot oder vom Ufer aus, ein Problem mit dem Gerät hatte. Auch
bei kleineren Exemplaren war der Spaßfaktor stets gewährleistet.


Dazu verwendete ich als Vorfachmaterial ca. 50-60 cm ockerfarbenes Dyna-Kev Material in 1,0 mm Durchmesser und 100 kg Tragkraft. Bei den vielen Fischen, die wir fingen, waren zwar nur einige
wenige dabei, die den Köder richtig inhaliert hatten und die Schnur hätten durchwetzen können,
jedoch war es schonender, wenn man ein Vorfach benutzte, das beim Fisch Schnittverletzungen
im Drill vermied.

Zum Leitner Kevlarvorfach montierten wir Leitner Duo-Lock- und Tönnchenwirbel, die jeglicher
Belastung standhielten. Als Köder hatten wir alle möglichen Blinker, Spinner, Popper und Gummis,
welche wir nach den äußeren Gegebenheiten anboten und führten. Vor Beginn des Angelns rüsteten
wir unsere Kunstköder mit neuen Sprengringen und den Specimen Haken aus, mit denen wir leider
nicht immer die besten Erfolge feiern konnten.
Gefischt haben wir die Drillinge in allen Größen und
trotz Zuversicht konnten wir den einen oder
anderen Fisch nicht landen da uns der Drilling aufbog.
Mit den Specimen Einzelhaken hatten wir
überhaupt keine Probleme.

Wels allgemein
Bei der Bojenangelei griff ich hauptsächlich auf meine beiden Dana-Cast Ebro zurück, die ich mit
einer Shimano 6500 BTR oder mit der Shimano TDL 2-Speed Multi montierte. Auf den Baitrunnern
fischte ich eine weiße 0,50 mm und eine 0,60 mm Universe. Die Multirollen hatte ich mit der 0,60 mm
Super Cat bespult.
Dazu muss ich sagen, das die Super Cat sich zwar sehr gut dazu eignet die Ebrowelse aus den überschwemmten Olivenhainen am Boden des Stausees zu pumpen, aber in der Dunkelheit lässt
sie sich durch ihre dunkle Farbe nur schwer erkennen. Dies macht es beim Drill eines Wallers nicht
gerade einfach sich von anderen Bojen und gespannten Schnüren fern zu halten.


Die Universe mit ihrer weißen Farbe ist hier ganz klar im Vorteil, da ihre Tragkraft immer ausreichte
und sie dadurch unser vollstes Vertrauen gewann.


Bei den Ruten gab es ebenfalls nichts zu meckern. Eine weiche Spitze und mächtig Dampf aus dem Rückgrat waren perfekte Bedingungen für die Wallerangelei. Doch Bojenangeln ist und bleibt für
mich nur zweckmäßiges Angeln und kein Spaßangeln, weil hier die Freude am Drill erst bei einer
Größe ab 150 cm aufwärts beginnt.

Für ein paar Tage hatte ich mir die Leitner Super Cat Wallerrute von einem Gast ausgeliehen. Mein Problem bei der Rute war ganz ehrlich mein Körpergewicht von 70 kg. Zwar konnte ich 4 Welse bis
zu einer Größe von 213 cm damit souverän bezwingen, hätte ich jedoch die Bremse meiner Multis
auf die angegebene 107,2 kg Tragkraft eingestellt, wäre ich mit ziemlicher Sicherheit mit der Rute
über Bord gegangen.


Die Optik ist aber ausgezeichnet, nur die Länge, kombiniert mit dem Wurfgewicht, ist leider nichts
für mich. Trotzdem ist es ohne Frage eine klasse Rute.
Zum „Klopfen“ hatte ich zwei Dyna-Cast Po zur Verfügung und auch diese Ruten haben ihre Klasse bewiesen. Mit der 0,50 und 0,60 mm Universe Schnur ging mir auch hier kein Fisch verloren.


Zanderfischen am Ebro
Der Ebro ist eines der fischreichsten Gewässer in Europa, was sich mit Sicherheit nicht bestreiten
lässt. Jedoch muss man auch mit den Tücken des Stausees rechnen, wie z.B. den lästigen
Zebramuscheln sowie den launischen Zandern, die zwar da zu sein schienen, jedoch nicht immer
beißen wollten. Deswegen war es für mich besonders wichtig, dass ich eine Schnur hatte, auf die
ich mich 100%´tig verlassen konnte.

Hier war die besonders abriebfeste Excalibur, die ich in verschiedenen Stärken fischte, genau das
Richtige. Es mag sich schon ein bisschen merkwürdig anhören, dass ich
Schnur
stärken von 0,33 bis
0,43 mm für Zander verwendete. Dies liegt auch nicht an der Kampfkraft
der
Zander, sondern nur an
den messerscharfen Muscheln, die große Teile des Gewässergrundes bedecken.

Das Positive daran ist, dass man ohne schlechtes gewissen dickere Schnüre fischen kann, weil die Ebrozander überhaupt nicht schnurscheu sind und man nicht weniger oder vorsichtigere Bisse
erhält. Die aktivere Methode, das Kunstköderfischen, ist hier nicht unbedingt schlechter.
Das einzige Nervige sind die permanenten Hänger, die bald die Lust am Angeln vertreiben.

Eine gute Möglichkeit war es, sich unten am Fluss mit allen möglichen Wobblern und Gummis
(Sandras) auszulassen. Der Nachteil hierbei ist, dass die Fische von Flix abwärts nicht für den
Verzehr geeignet sind.
Doch einen Stachelritter zu überlisten war nie ein Problem!

Andere Schnurstärken die ich verwendete, waren die 0,19 und 0,22 mm Excalibur zum Schwarzbarschfischen und die 0,43 mm Variante der gleichen Schnur für das Karpfenfischen.
Beim feinen Schwarzbarschangeln mit der 0,19 mm konnte ich die 50 cm Marke gleich drei Mal
knacken. Der Größte hatte 54 cm.

Für das Zanderfischen mit Naturköder verwendete ich die Dyna-Cast IM7 Spinn mit 20-70 g und die
Dyna-Cast Stream mit 50-100 g Wurfgewicht, die sich hierfür ausgezeichnet eigneten und auch den
einen oder anderen Wels als Beifang ganz schön alt aussehen ließen.

Beim Spinnfischen auf die eleganten Räuber hatte ich ebenfalls die Dyna-Cast IM7 Spin im Gepäck.
Ich hätte sie mir jedoch noch eine Wurfgewichtsklasse höher gewünscht. Nicht etwa wegen den
Zandern, sondern wegen der ständigen Wallerattacken, gegen die vom Ufer aus mit so leichtem
Gerät meist nichts mehr auszurichten war.


Beim Schwarzbarschfischen haben sich die Dyna-Cast Ultra leicht 245 cm und die Dyna-Cast IM7
Spin 10-40 g hervorragend geschlagen.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Willi und Amanda Leitner von A.H.F. Leitner deren innovativen Ruten, Schnüre und Zubehörartikel auch weiterhin einen festen Stammplatz bei mir
haben.
Auch 2009 geht´s wieder nach Spanien!
Mal sehen ob sich noch größere Bartelträger mit der Spinnrute überlisten lassen.
Tight Lines
Euer Andy Butz

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