The First Days!
Weiter im Trolling Geschäft, aber leider ohne Erfolg.
Wir bekamen jedoch zwischendurch ein unglaubliches Spektakel zu sehen.
In einer flachen Bucht zwischen dem Kraut fing plötzlich das Wasser an zu kochen wie in einem Whirlpool. Anscheinend
war ein Schwarm Tigerfische oder Nilbarsche auf die Jagd gegangen.
Eingekesselt von den Jägern flüchteten etliche der Beutefische in ihrer Panik in hohen Sprüngen an Land, wo sie aber wiederum
Opfer der inzwischen auf das Faszinosum aufmerksam gewordenen Fischreiher wurden!

Scheiß Tag und scheiß Ort für ´nen Kleinfisch! In diesem Fall "Sardinas" (Alestes baremose)!
Zwischendurch legten wir für ein bisschen Shore Fishing nochmal an einer kleinen insel an. Hier
ging jedoch außer einigen Nachläufern nichts. Schade! Erstaunlich ist aber wie neugierig die Fische
dort sind! Dem Illex "Deka Hamakuru" von Michi folgten sogar Tilapias in der selben Größe. Ob sie
einen Freund suchten oder das Maul zu voll nehmen wollten, bleibt deren Geheimnis!
Langsam bereitet sich die Sonne eindrucksvoll aufs Schlafengehen vor und der Paparazzi in mir
konnte natürlich nicht wiederstehen.

Wir sagten dem kleinen Eiland "Auf Wiedersehen"
da uns mittlerweile der Magen knurrte und fuhren
in eine windgeschützte Bucht, wo bereits, wie sollte es anders sein, das Hausboot lag.
Beim 4-Gänge Abendessen ließen wir den Tag nochmal Revue passieren.

Der "Knaller in Büchsen" war, dass Michis drei Vorsätze fürs neue Jahr (einen Nilbarsch, einen
Tiger-
fisch und einen guten Waller zu fangen) in vier 4 Stunden zu 2/3 abgehakt wurden. Glückwunsch!
Völlig groggy vom Tag und vom reichlichen Happy Happy machten wir uns nach dem Abendessen
an das Auslegen der Vundu Ruten.

Beködert wurde mit Tauwurm, extrem gammeligen Calamaris (nix für schwache Nasen!), Salami
und Tigerfischfetzen.
Insgesamt legten wir sechs Ruten aus und versahen sie mit Glöckchen. Dann
gings todmüde ins Bett. Inzwischen waren wir beide deutlich über vierzig Stunden auf den Beinen,
was uns mittlerweile auch anzusehen war!

Obwohl wir alle Register der Köderpräsentation gezogen haben, verging die Nacht ohne den
erhofften Vundu Biss. Na ja, wir hatten ja noch ein paar Nächte.
Die Morgensonne kitzelte uns so gegen Sechs raus, minimale Morgentoilette an Bord und einmal
schnell den Kopf über die Bordwand gehängt um Frische zu tanken.

"Long Haired Michi" brauchte natürlich etwas länger um seine Fransen zu richten und aufzuwickeln.
Ich liebe kurze Haare auf Reisen!

Auf dem Mutterschiff warteten die Jungs bereits mit dem Frühstück. Klassisch englisch... kleine
Würstchen, Omlett, dazu das geniale nubische Fladenbrot und Haferbrei. Von Letzterem war ich
täglich aufs neue "negativ" begeistert.

Aber der zuständige "Serviernubier" wahrte alle Umgangsformen und ließ es auch bis zum letzten
Morgen nicht bleiben mir das glibbrige Zeug anzubieten.

Michi mochte den Schlabberkram...mir völlig unverständlich!

Wie am Tag zuvor wurde erst mal wieder geschleppt. Bevor wir jedoch den ersten Fischkontakt verzeichnen konnten, entdeckte ich an einem sandigen Uferstück einen Nilwaran.

Also in Schleichfahrt nix wie hin um das Tier aus der Nähe zu sehen oder vielleicht zu fangen.
Die "Arschsau" muss uns aber gerochen haben, denn trotz intensivster Suche in den angrenzenden Felsspalten ließ sich der Gute nicht auffinden. Immerhin fanden wir als Ersatzstudienobjekt unter
einem Stein einen kleinen Skorpion, der, als er uns sah, aber entsetzt das Weite suchte.

Einige Eidechsen (meistens Skinke) waren auch noch zu sehen. Aber auch die verschwanden
Ruck Zuck. Eine kleine Kröte bestand allerdings stuhr auf ihr Revier und bewegte sich sich trotz gut gemeinter Anstubsversuche nicht vom Fleck.

Also wieder zurück an Bord zum Kerngeschäft.

Nach ca. 1 Stunde Wobblerbaden der erlösende Aufschrei:
"Fisch, Fisch!"
Meine Rute war krumm,
und die Bremse raste. Michi kurbelte in Maximalgeschwindigkeit seinen
Shad Rap ein und stürzte
nach vorne um die Videocam zu holen und den Drill zu filmen. Nach
einigen wilden Fluchten zeigte
sich erstmals ein silbern schimmernder Körper mit großem Kopf.
Immer wieder nahm der Fisch
Schnur bevor Ramadan ihn mit dem Lip-Grip landen konnte.

An Bord hatten wir nun ein stattliches Tier von ca. 35 lb. Eein wunderschöner Fisch.


Jetzt hieß es schnell ein paar hübsche Bilder schießen, bevor der Busche "Head First" über Bord
geht. Für manche sieht das so aus als ob man den Fisch einfach achtlos wieder ins Wasser schmeißt.
Aber weit gefehlt! Dadurch dass er mit Schwung und dem Kopf voran ins Wasser eintaucht, bekommt
er so den nötigen Sauerstoffschub um problemlos abzutauchen.

Etwas später bekam auch Michi einen gewaltigen Biss auf seinen Wobbler....und bezahlte richtig
Lehrgeld.
In seiner ihm eigenen Hektik sprang er auf und tat was man beim Nilbarschschleppen
besser lässt, nämlich aus alter Wallergewohnheit den Daumen auf die Multi und anschlagen.
Das wars dann!
Wups machte es und der Fisch hatte sich durch den entstandenen unerwarteten Ruck vom
Wobblerdrilling befreit!

Später hatte ich einen Hänger in einem ca. 4m unter Wasser stehenden Busch. Trotz aller Versuche
unseres Guides mit dem Lure Retriever, liess er sich leider nicht lösen. Also ging ich zum Angriff
über, tauschte mein Shirt gegen Taucherbrille und Handschuhe. Nach ein paar kurzen Rundum-
blicken wegen Krokodilen, rein ins nasse Vergnügen. Nach kurzer Zeit war der Hänger gelöst und
ich quälte mich über die hohe Bordwand wieder ins Boot.
Der Lunch in einer ruhigen Bucht war wieder vorzüglich. Michis Tilapia schmeckte ihm immer noch wunderbar. Während des Essens konnten wir am nahen Kraut einige Kugelfische (engl. Pufferfish,
lat. Tetraodon trilineatus) beobachten.


Da ich bei solchen Dingen vom Jagdtrieb übermannt werde, liess ich Essen Essen sein und holte die Stipprute. Rasch 'nen Wurm auf den 6'er Greifer und den Kuglern in ca 1,5-2m Wassertiefe vor´s Maul gehalten.

Es dauerte nicht lange und einer der neugierigen Gesellen fiel kompromisslos über den
Wurm her. Kurzer Drill am feinen Gerät und draussen war er.


Kaum an der Luft begann er sich mächtig aufzublasen (In etwa wie Uli Hoeness wenn er ein
Mikrofon sieht), aber Spass bei Seite, nach 'ner halben Minute hatte er die Größe und Festigkeit
eines Volleyballs erreicht.


Allerdings kann er diesen Zustand nicht über längere Zeit aufrechterhalten. Man hört ein "Schwwlluuurrrrpppp" und die Luft ist wieder draussen! Haben halt alle Blasenschwäche die Jungs!

Auch Michi konnte noch einen unserer pausbäckigen Freunde an den Haken bekommen. Dieses
Angeln auf Sicht im glasklaren Wasser mit mehreren Metern Sichttiefe war einfach der Knüller.
Obwohl sie gute Nilbarschköder sind, gaben wir ihnen aber die Freiheit zurück.

Wir nutzten die Gunst der Stunde und gingen an der schroffen Seite der Insel noch ein Ründchen Uferangeln.

Hier bekam Michi sofort einen drauf. Kein Riese, aber auch kein Zwerg. Der Fisch biss direkt vor
seinen Füssen und flüchtete ins nahe Krautfeld, wo er sich des gelb-orange gepunkteten Luhr-Jensen
Fingerlings entledigte.

Ich hatte mehr Glück, wohl bedingt durch meine Erfahrungen, konnte ich ein kleineres Exemplar
landen.
Natürlich zeigte ich Michi umgehend, wie man sich am Besten an Hotspots heranpirscht,
ohne die Jungs gleich aufzuschrecken.

Dann kam der Absturz!

Ich stand auf einer flachen, von ca. zwanzig Zentimeter Wasser überspülten Felsplatte und machte
einige Würfe. Ohne mich umzuschauen, trat ich einen Schritt zurück und war auf einmal bis unter
die Brust im Wasser versunken. Hatte sich
hinter mir doch eine recht tiefe Felsspalte aufgetan. Zum
Glück ist weiter nichts passiert, außer dass meine Zigarillos ein Vollbad bekamen. Schnell hätte ich
mir durch meine Unachtsamkeit etwas verstauchen oder brechen können. Nicht schön, wenn man
2 Tagesreisen vom nächsten Doc entfernt ist! Drum, Ihr Angler, achtet drauf wohin Ihr tretet!!!!

Während ich schnell mal trockene Rauchware holte,
bastelte Michi einen ca. 5 cm sinkenden Rapala Countdown an sein weiß-blaues Lieblingsspielzeug und machte in der angrenzenden flacheren
Bucht noch ein paar Tiger-Würfe. Die draculagebissigen Gesellen zeigten sich auch nicht abgeneigt
und fanden den Weg an die Haken.

Anzumerken sei hier, dass wir leider den ganzen Urlaub keine Stelle mehr fanden, wo die Tiger
bissen wie am ersten Tag. Aber mit etwas Geduld und Spucke, liess sich fast überall der ein oder
andere "Längsgestreifte" zum Biss verleiten. Wahrscheinlich lags daran, dass wir unbedingt Tiger
als Lebendköder benötigten.
Aber wie es immer so ist:
"Brauchste welche, krichste Keine!"
Ramadan sammelte uns per Boot wieder ein und wir schleppten weiter durch zum Teil wirklich atemberaubende Felsformationen.

Eine der schönsten heißt Khalabsha. Die Spitzen gewaltiger Unterwasserberge, welche sich mitten
aus dem See erheben.


Leider blieben auch hier die erhofften Bisse aus. Also weitersuchen!

Gegen Abend liefen wir eine sandige insel mit spitznamen "Fox-Camp2" an.
Hier lagen neben der
"Tiger" von Tim und unserem Mothership auch noch ein weiters Hausboot, sowie drei Angelboote
vor Anker.
Wir machten unsere Vundu-Ruten klar und gingen auf das zweite Hausboot zum Dinner.

Hier trafen wir unter großem "Hallo" Tomcat und Roland vom Wallerforum (tja manchmal muss es
wohl das Ende der Welt sein, um sich zu treffen), sowie Olivier Portrat und eine Gruppe sehr netter Italiener.
Alle außer uns hatten den letzten Abend und die italienischen Angelkollegen versorgten
uns zur Vorspeise mit feinstem Peccorino, sowie Ziegen- und einem weiteren sehr leckeren Käse.
Auch beste Mortadella und luftgetrockneter Spezialschinken fehlte nicht.
Leider musste Michi als VEG auf die den Gaumen liebkosenden Aromen Fleischwaren verzichten.
Hasste echt was verpasst mein Lieber!
Olivier köpfte noch zwei Flaschen Pommery und so wurde
es ein gesprächiger, diskussionsreicher Abend. Roland hielt sich merklich zurück und sah gar nicht
gut aus! Zu wenig Abkühlung, zu wenig Flüssigkeit und auch noch "Pharao´s Rache" setzten ihm
stark zu.

Am nächsten Morgen, die erhofften Vundus waren leider bei Allen ausgeblieben, wurde nochmals in
großer Runde gefrühstückt. Nur Olivier hatte einen Biss, hat ihn aber versemmelt. Noch viel Glück,
große Fänge und Gute Besserung an Roland waren unsere Abschiedsworte als die Boote sich
Richtung Assuan in Bewegung setzten. Ggünstigerweise konnten wir Olivers Lebendköderbox und
ein Echolot von ihm "erben".
Part 3 follows immediatly! - Wie der Engländer sagen würde!
Eure Wüstensöhne
Michi & Frank

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