Ein tiefer Gähner und ein langer Strecker! Ich öffne die Augen!
Null, niente, nothing!
Was geht den hier ab? Gibt´s keine Waller mehr im Arsch von Italien? Oli ist auch schon wach und
sieht ganz erholt aus, was mich wundert, ist er doch die ganze Nacht seinem Holzfäller-Job
nachgegangen. Darauf angesprochen, kommt sein obligatorisches „Ich schnarch net!“
Nachdem ich ihm 5 Minuten Dauersägen auf der Videocam von letzter Nacht vorgeführt hatte,
revidiert er seine Meinung. Aber nur bis zum nächsten Morgen! Er setzt sich an den Kocher um
seinen spezial cubanischen Kaffee in unsere Becher durchzumelittaesieren! Mit meinen mittlerweile
wieder mit Matsch zugekleisterten Füßen, schlendere ich zum Boot und setz mich auf die Bordwand.
„Kaffee mit Bumms?“ röhrt mir Oli entgegen. „Türlich!“ meine Antwort. WMC am Morgen ist Pflicht!
An meinem Aufgussgetränk nippend, schaue ich zu meinen Rutenspitzen.
Wumms! Zweimal schlägt die Spitze meiner Multirute mit lautstarkem Gebimmel heftig aus! Zu kurz
um anzuschlagen. Mit erhöhtem Adrenalinspiegel setze ich mich wieder auf die Bordkante. Oli
meint, das war die Karausche. Muss allerdings zugeben, dass er nicht hingeschaut hat.
Heftige Diskussionen ob Biss oder nicht werden durch einen weiteren Schlag in die Rutenspitze jäh
unterbrochen… und diesmal bleibt die Spitze krumm. Rute aus dem Ständer und dem Gegner am
Band welche verbraten! Hängt!
Schon nimmt er Schnur und geht sofort in die Hauptströmung. Ich kann ihn aber halten und setze
mich auf die Kühlbox. Ha, Schlammbankdrill mit Kühlbox als Kampfstuhl – wer hätte das gedacht?
Immer wieder wird mein Po durch den im Po kämpfenden Fisch (man beachte das Wortspiel!)
durch die Schläge in die Rute angehoben.
„Brauchen wir das Boot?“ fragt Oli aufgeregt. „Nee,“ sag ich, „nimm lieber die Kamera!“. Langsam
gewinne ich Schnur. Nach anfänglichen Schätzungen von 2m+ relativiert sich das Ganze und wir
einigen uns auf 1,60 – 1,90m!
Mittlerweile hab ich den Burschen bis in die Rückströmung hinter die Insel gedrillt und mir wird´s
langsam zu bunt mit der Schnureinholerei! Völlig unkonventionell steh ich auf und renne wild
kurbelnd auf den Fisch zu, der sich schon im Flachwasser wälzt. Da kommt er angewackelt!
Schön die flache Rinne zieht er lang und bekommt von mir ein paar leichte Schläge auf den
Hinterkopf!
Als
Ruhe iss, hab ich ihn, den 1. Wertungsfisch. Erstes ungenaues Vermessen sagt 1,76m
doch als
Piet
und Frau Antje aus Holland 20 Minuten später zum offiziellen Messen anlegen, ist er
genau 180 cm.
So kann´s weiter gehen!
Einige Feederbrassen später, machten wir uns bereit zum Fotoshooting. Oli kam auf die Idee „FOF“
mit Schlamm auf meinen Rücken zu malen. Doch nach gelungener Schmiererei lachte er lauthals
weil er zwei Striche vergessen hatte. Statt FOF stand da jetzt TOT. Nach dringendem Anraten
meinerseits ergänzte er dann das Schlammtatoo.
Wer mich kennt, weis, dass ich in manchen Dingen auf extremen Spuren wandle. Als er seine
sieben Fotosachen beisammen hatte und sich umdrehte, hätt´s ihn fast umgehauen, denn
„Mr. Superschlamm“ persönlich stand vor ihm.
Arnold Schwarzenegger in dem Film „Predator“ gleich, hielt ich nun meinen Alien, äh Waller in
die Kamera und poste was das Zeug hielt.
Mit Wassererholungspausen für den Fisch dauerte das ganze nur ca. 5-8 Minuten und er schwamm
von dannen als wär nix gewesen.
230 Punkte auf der Habenseite nach der 3. Nacht, perfekt!
Hier die ganze Aktion auf der Schlammbank als Diashow!
Die Überlegung von Oli uns eine Nacht zu trennen, wurde wieder verworfen. Also blieben wir hier
„stecken“. Diesmal nur eine angebunden und den Rest per Stein. Nach Wurst aus der Dose, einem
schon etwas älterem Brot und einem WMC ließen wir unsere Blicke schweifen und schwenkten von
der übergroßen Wespenspinne zum Boot Team Bulldozer I, welches ziemlich in der Mitte des
Flusses lotete.
Oli sagte: „Schau mal da, der Motor von denen müsste auch mal wieder eingestellt werden. Der
qualmt ja ganz ordentlich!“ Was er nicht wusste: Andy Knausenberger hatte einen kapitalen
Motorbrand bei dem der Feuerlöscher nicht ausreichte und er mit Wasser nachhelfen musste.
Wir hätten ja geholfen, aber von unserer Schlammbank aus konnten wir nicht erkennen was wirklich
los war. Auch andere Boote blieben vor Schäden nicht verschont. 200PS mit seinem Sand im
Getriebe, C. Bestle mit Abbruch der Finne des Motorunterwasserteils beim Drill an der
Steinpackung, die Ehmänner mit
Motorschaden, Carp One mit Motorschaden. Kurze Zeit später
kam dann Andy mit neuem Boot
wieder und ankerte für die Nacht. Dass das Tauschboot auch
abschmierte, ist ´ne andere Geschichte.
Nächster Morgen: Das Übliche – kein Biss!
Bei näherem Hinsehen war uns das auch selbst zuzuschreiben. sämtliche 5 Steinmontagen hatte es
aufgrund der zu leicht gewählten Steine an die Steinpackung gerollt. Bei diesem Durcheinander
konnte ja auch nichts beißen. Eine Nacht verschenkt – Pech!
Also einpacken und zum Camp zurück wegen Sektorenwechsel. Auf der Rückfahrt hielten wir noch
hier und da an um uns ein paar Plätze anzuschauen.
Unser Brückenplatz von 2008 (Sektor 2) war besetzt von normalen Gästen. Weiter Flussabwärts.
Irgendwann kamen wir an einen Dreher und einer ziemlich tief ausgespülten Bucht. Das Echolot
zeigte uns einen Waller neben dem Anderen. Hmm, nich schlecht! Unterhalb der angrenzenden
kurzen Sandbank kam ein bis 4,5 m tiefer beruhigter großer Bereich mit fast stehendem Wasser.
Als wir hinfuhren, sprangen nur so die Meeräschen. Den nehmen wir als Ausweichplatz, falls 200PS
uns zuvor kommen sollte. Im Camp hörten wir dann von Kai´s 238´er an der Secciamündung und
Welsmichels 240´er aus dem Hafen. Häh, was ist denn hier los? An fast tot gefischten Plätzen, an
denen eigentlich keiner mehr fischt, wird gefangen?
Verkehrte Welt! Diesmal bloß nicht einkaufen vergessen! Mit allerlei Leckereien beladen kehrten wir
zurück auf´s Boot. Um zwei ging die Jagd dann los. Natürlich war 200 PS auf unseren Platz erpicht
und war als erster da.
Wir fragten ob´s genehm sei, dass wir auf die Sandbankspitze gehen, obwohl es keine 300 m entfernt
war und es wurden keine Einwände erhoben. Sicher ist sicher!
Also richteten wir uns häuslich ein. Schirmzelt aufgebaut, Lagerfeuer vorbereitet, alles Unnötige aus
dem Boot rausgeräumt und fertig. Als Oli dann noch mal ins Camp fuhr und auch noch ein bisschen
blinkerte, hatte ich Ruhe und feederte was das Zeug hielt.
Zuerst Barben dann Brassen gingen an den Haken. Beste Methode war
die
„Russenhauruckrheinmethode“!
100g Korb, reinpressen was geht, 8 Maden auf nen 10´er Haken, rausfeuern und Bimmel dran.
Dann gabt’s auch Zeit noch das eine oder andere aus Treibholz zu basteln.
Ein Rutenständer und ein Rigbaum kamen dabei raus. Als „Krake“ endlich wiederkam, er hatte
3 Brassen im Hafen gefeedert, zeigte ich ihm meine 15 Stück! Kinnlade runter!
Diesmal griffen wir komplett auf Steingut zurück!
Aal, Barbe, Karausche, Güster, Brasse – alles wurde angeködert und perfekt abgelegt.
Die Nacht konnte kommen. Im Halbdunkel hatte ich eine kurze Attacke auf den Aal, blieb aber
nicht hängen, der Fisch. Schade!
Der von mir mitgebrachte Picknickgrill wurde angeworfen und 3 fette Koteletts mit echt bitterem
Italiensalat füllten unsere Mägen.
Am Lagerfeuer bei einem WMC ließen wir den Abend ausklingen.
Unters Mückenzelt geschlüpft und mit Sägen im Ohr eingepennt!
Der Sonnenaufgang war atemberaubend!
Das war aber auch das einzige Vergnügen, denn gebissen hatte mal wieder nix!
Mann, das sah so viel versprechend aus. Raubende und schlagende Waller die ganze Nacht.
Gehetzt raus springende Meeräschen. Eine Aktivität auf dem Wasser wie die vorherigen Nächte
zusammen nicht! Und dann kein Biss… das gibt´s doch nicht! Irgendetwas machten wir falsch?
Bloß was?
Um 10.00 Uhr traf dann der 1. Besuch ein. Es war 200PS der auf einen WMC in seinem Kajak vorbei
schaute.
Um 11.00 Uhr war er schon wieder da, diesmal mit Henno und Pierre. Thorti und er hatten in der
letzten Nacht zugeschlagen und einige gute Fische landen können. Natürlich auf einem bereits
„totgefischten“ Platz! Deswegen war er auch so gut drauf. Nach einigen Bieren und ein paar
Ramazottis entwickelte sich eine kleine aber feine Sandbankfete.
So muss das sein! 3 Gruppen auf einem Platz! Kein Neid, keine Missgunst, kein Egoismus – nur Party!
Um ca. 16.00 Uhr endete das Spektakel und wir mussten wieder ans Auslegen denken.
Das
Sandbankvideo!
Diesmal die Steinmontagen einfach wahllos in die Fahrrinne gefeuert. Wenn´s schon nicht
detailgetreu klappt, dann vielleicht mit Zufallsgenerator? Baguette, Käse, Tomaten, Schinken,
Salami und Gürkchen wurden konsumiert und wir ließen uns an unserem neu aufgebauten
Lagerfeuer nieder.
Mit einem Mal bog sich Oli´s Feederrute gewaltig, wippte nach vorne, der Rollengriff hob sich und
der Blank rutschte im V-Halter nach vorne. 1 Sekunde später war die Krake an der Rute und drillte
was das Zeug hielt.
Im Schein der Kopflampe brüllte er: „ Was für´n Brassen…. neee, ein fetter Zander!“ Wie? Zander?
Ich stürzte zur Kamera und konnte gerade noch en Foto schießen bevor der mit 2 Maden beköderte
16´er Haken ausschlitzte. Schee wär´s gewesen!
Ca. 70 cm hatte das Glasauge. Enttäuscht legten wir uns nieder.
Oli, klagte , ihm wär schlecht, aber ich dachte mir nichts dabei. Geräuschvoll, mit traumhaftem
Blick auf die Ruten schliefen wir ein.
23.45 Alaaaarm!
Oli´s Rute mit dem dicksten Brassen als Köder bimmelte und wackelte! Hörte kurz auf um dann noch
mal richtig loszulegen. Oli wuselte sich aus seinem Schlafsack, rannte zu seiner Rute, schlug an
und pumpte. Nach mehreren „Das iss nur Kraut – nee doch nicht!“, durchbrach ein kleinerer
Waller die Wasseroberfläche. Schnell war er gelandet, angeleint und die Haken gelöst.
Während ich noch ein bisschen im Nightmodus die Ruten filmte, drangen Würggeräusche an meine Ohrmuschel. Hatte er doch nicht geflunkert. Kotzend stand er 5 Meter neben mir. „Alles klar?“
entfuhr es mir. „Geht schon wieder, ich brauch ´nen neuen Köderfisch!“ gab er zur Antwort. Er legte
noch mal neu aus und wir gingen zurück zu unserer Behausung.
Aber was zum Teufel war das?
Ein Fröschelein hatte es sich in meinem Schlafsack bequem gemacht! Ich fing den kleinen Quaker
ein und beförderte ihn nach draußen! Soll er doch wo anders Unterschlupf finden. Mit einem
„Ab geht er, der Peter!“ stupste ich ihn an und er verschwand in der Dunkelheit. Schlafsack auf,
Augen zu, noch ein bisschen dem Holzfällerkommando gelauscht und weg wahr ich. Die letzte
Nacht schlief ich fester. Lag wohl am Zottl!
Der Sonnenaufgang war wieder der Burner! Zwar ging nix mehr, aber immerhin hatten wir den
2. Wertungsfisch.
Um 9.00 Uhr kamen dann auch Piet und Antje zum Messen.
131 cm hatte das Kerlchen.
Hier der Video vom 2. Wertungsfisch:
Zwar nicht riesig, aber mit riesigem Appetit. Hatte er doch einen 3 Pfund Brassen weggeschlürft.
Danach war wieder Fotoshooting mit Model "Walli" angesagt.
Oli warf sich in Schale und mirt meinen Regieanweisungen kamen ein paar nette Fotos zustande.
Besser zu händeln als ein Großer war er ja.
Man meinte gar, er setzte sich selber in Szene.
Nach dieser Fotoaction legten wir noch mal neu aus, denn schließlich ging das Fischen bis
um 15.00 Uhr!
Die Restzeit feederten wir noch ein bisschen und versuchten Köderfische zu fotografieren, was sich
aber als nicht ganz so einfach herausstellte.
Waren ziemlich zappelig und glitschig die Teile. Oli hatte so seine Schwierigkeiten.
Bis 13.00 Uhr tat sich nichts mehr außer das Thorti und Pierre nochmal auf ein kurzes "Na? Wie war
die Nacht?" vorbeischauten. Wir releasten die Köderfische, packten ein und fuhren ins Camp.
Dort ging es drunter und drüber. Als Team Häffner II erfuhren, dass ihnen 14 cm zum Sieg fehlten,
fuhr Thorti noch mal zum Schleifen los. Kurze Zeit später kam ein Anruf. „Ich hab ihn, ich hab ihn!
So ca. 1,80m!“. Hektik machte sich breit und 2 Boote fuhren zum Messen mit Fullspeed los. Als sie
wieder eintrafen war es amtlich. Thorti´s Geschleifter hatte 2,05m und bedeutete den Gesamtsieg!
Abends ging´s dann zur Siegerehrung ins benachbarte Restaurant „La Barraca“. Bei ausgelassener
Stimmung und frittierten Meeresfrüchten wurden die Sieger geehrt.
Hier lasse ich jetzt nur die Fotos mit Bildunterschriften sprechen:
Charly Hofer von den Fischerfreunden Weidenau und
Michi Eyrisch von Agressor Angelzentrale Herrieden I
Harry Stadlhuber vom Casa Silure und Martin Heinold (Henno) von WM Angelparadies II
Ein etwas entrückter Bulldozer und das Papamobil.
Drei professionelle Zungenspieler!
Hey Sebi! Brot kann man nicht rauchen! Markus und sein Gesichtsaerobicstab!
Na wenn das kein Schnappschuß ist????
Charly und Heinz! Zwei Paparazzis - Welsmichel und Zwiebelkorn!
Für die "Looser" gab es auch was! Applaus für alle!
2. Pl. Frauenwertung - Christina Häffner 1. Pl. Frauenwertung - Helga Mack
vom Team Angelsport Häffner I
vom Team Agressor Anhelzentrale Herrieden II
4. Pl. Einzelwertung - Michael Eyrisch vom Team Agressor Angelzentrale Herrieden I
3. Pl. Einzelwertung - Kai Häffner vom Team Angelsport Häffner I
Überschäumende Freude, Freude und nochmals Freude über die Platzierungen!
2. Pl. Einzelwertung - Michael Kinzer (Welsmichl) vom Team WM Angelparadies I
1. Pl. Einzelwertung - Martin Brenner vom Team Agressor Angelzentrale Herrieden I
4. Pl. Teamwertung - Carp One Austria mit Alexander Strasser und Mandi Kirschner
3. Pl. Teamwertung - Agressor Angelzentrale Herrieden II mit Helga und Alexander Mack
2. Pl. Teamwertung - Agressor Angelzentrale Herrieden I mit Michael Eyrisch und Martin Brenner
1. Pl. Teamwertung - Angelsport Häffner II mit Thorsten Theis und Pierre Gerling
Einzelwertung Platz 1, 2 und 3 und Platz 1 Frauenwertung zusammen
Teamwertung Platz 1, 2 und 3 zusammen
Zum Schluss noch die Ergebnislisten für die Statistiker:
Teamwertung
Rang Team Gesamtpunktzahl
01 Angelsport Häffner 2 1754
02 Aggressor Angelzentrale Herrieden 1 1465
03 Aggressor Angelzentrale Herrieden 2 1333
04 Carp One Austria 844
05 Angelfreunde Bad Aibling 492
06 Angelsport Häffner 1 467
07 WM - Angelparadies 1 461
08 Face of Fishing 361
09 Team BULLDOZER 1 273
10 Team BULLDOZER 2 267
11 Angelzentrum Rosenheim 1 151
12 Fischerfreunde Wildenau 122
13 WM - Angelparadies 2 120
14 Team Riverfishing o.F.
14 Fischer Stadl o.F.
14 Team MAC o.F.
14 Ehmanns Fishing o.F.
14 Angelzentrum Rosenheim 2 o.F.
Einzelwertung
Rang NameTeam Größter Fisch
01 Martin Brenner Aggressor Angelzentrale Herrieden 1 244
02 Michael Kinzer WM - Angelparadies 1 240
03 Kai Häffner Angelsport Häffner 1 238
04 Michael Eyrisch Aggressor Angelzentrale Herrieden 2 207